Wer sind die Evangelikalen? Und was ist ihnen wichtig?
Das sind Fragen, die in den vergangenen Jahren vermehrt gestellt werden. Etwa von Journalisten, die über Gemeinden und verschiedene Facetten des christlichen Glaubens berichten. Oder von Menschen, die sich in Kirchen und Gemeinden engagieren und wissen möchten, welche Formen gelebten Glaubens in Deutschland und weltweit vorhanden sind.
Immer wieder wird auf die Frage, wer die Evangelikalen sind, eine Antwort in überspitzter Form gegeben: Evangelikale seien "Sektenmitglieder", gar eine "Bedrohung für die aufgeklärte Gesellschaft". Beides ist falsch, sind doch rund 50 Prozent der evangelikalen Christen Mitglieder der Landeskirche.
Das sind Fakten, die zur Aufklärung beitragen. Genau solche Fakten will diese Website liefern.
Kauder spricht mit Ban Ki-Moon über Religionsfreiheit
Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, hat angekündigt, sich am 13. Februar mit dem UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon zu einem Gespräch über verfolgte Christen in aller Welt zu treffen. "Wir dürfen nicht zulassen, dass es ganze Regionen in der Welt gibt, die zur Christen-freien Zone gemacht werden", betonte Kauder am Donnerstag bei einer Veranstaltung im Rahmen der internationalen Gebetswoche der Evangelischen Allianz in Wuppertal.
Der CDU-Politiker sagte, jeder Mensch solle sich frei dazu bekennen können, woran er glaube – oder nicht glaube. Vieles werde momentan aus dem privaten Bereich in die Öffentlichkeit getragen, zum Beispiel die sexuelle Orientierung. Hingegen werde es immer schwieriger, sich in der Öffentlichkeit über seinen Glauben zu äußern. Der Glaube werde als "Unruhestifter" wahrgenommen, so Kauder. Er gehöre jedoch fest zur Identität eines Menschen. "Freiheit ohne die Freiheit der Religionsausübung gibt es nicht", betonte der 62-Jährige. Das Recht auf freie Religionsausübung sei "das existenziellste Menschenrecht".
Zeitenwende bei Deutscher Evangelischer Allianz![]() Eine Zeitenwende bringt das neue Jahr für die Deutsche Evangelische Allianz. Erstmals in ihrer 165-jährigen Geschichte steht an der Spitze der evangelikalen Dachorganisation ein landeskirchlicher Theologe, der gleichzeitig als Präses des pietistischen Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften) amtiert. Der 49-jährige Michael Diener (Kassel), der das neue Ehrenamt am 1. Januar antritt, wurde bereits am 23. September in Bad Blankenburg (Thüringen) für zunächst sechs Jahre zum Nachfolger von Jürgen Werth (Wetzlar) gewählt. Der 60-Jährige legt das Amt an der Spitze der Allianz nach fünf Jahren nieder, um sich stärker seinen wachsenden hauptamtlichen Aufgaben als Vorstandsvorsitzender von ERF Medien (früher: Evangeliums-Rundfunk) zu widmen. Er bleibt aber Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand der Allianz. Diener amtiert seit zwei Jahren als Präses des pietistischen Gnadauer Verbands. Zuvor war er Dekan des Kirchenbezirkes Pirmasens und Pfarrer der dortigen Lutherkirchengemeinde. Diener wird am 27. März offiziell in einem Gottesdienst in Bad Blankenburg in sein Amt eingeführt und Werth verabschiedet. Aufgrund satzungsmäßiger Altersbeschränkungen sind zum Jahresende 2011 zwei langjährige Mitglieder des Hauptvorstandes der Allianz aus diesem Gremium ausgeschieden: der frühere Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden Peter Strauch (Witten) und der ehemalige Präses des Gnadauer Verbands, Christoph Morgner (Garbsen bei Hannover). Mit freundlicher Genehmigung der christlichen Nachrichtenagentur idea. |
Evangelikale im Aufwind?
Jürgen Werth zitiert in seinem Bericht den ehemaligen Chefredakteur der "Zeit", Robert Leicht. Dieser schrieb 2007 im Berliner "Tagesspiegel": "Sie – die Evangelikalen – sind genauso gefährlich wie islamische Fundamentalisten." Für Werth, der auch Vorstandsvorsitzender des christlichen Senders "ERF Medien" ist, stand damals fest: "Der Begriff 'evangelikal' war zum Schimpfwort geworden." Gelegentlich habe er den Eindruck gehabt, alle paar Wochen sei "eine neue Sau durchs Dorf getrieben" worden. "Mal hieß sie Christival, mal Jugend mit einer Mission, dann wieder George W. Bush oder Ulrich Parzany." Oft würden die Evangelikalen mit dem Fundamentalismus in Zusammenhang gebracht. Begegnungen bis in die jüngere Vergangenheit hätten ihm gezeigt: "An dieser Stelle haben wir nach wie vor ein massives Imageproblem."
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Als eine Zeit zunehmender Auseinandersetzungen hat der scheidende Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Jürgen Werth, die vergangenen fünf Jahre wahrgenommen. Gleichzeitig wies er in einem Bericht zum Ende seiner Amtszeit darauf hin, dass im Hinblick auf das Image der Evangelikalen eine mögliche Trendwende auszumachen sei. Der Bericht ist nun unter der Überschrift "Niemand kommt (mehr) an uns Evangelikalen vorbei" im Magazin "Eins" erschienen.